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Numerus Clausus (NC)

Studium der Psychologie: NC (Numerus Clausus) und Zulassungsverfahren

Der Studiengang Psychologie ist ein sehr beliebtes Studienfach. Jedes Jahr gibt es weitaus mehr Bewerberinnen und Bewerber als verfügbare Studienplätze. Deshalb gilt das Studienfach Psychologie an staatlichen Universitäten als zulassungsbeschränkt. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Zulassungsverfahren haben wir im Folgenden zusammengestellt.

Was ist der Numerus Clausus (NC)?

„Numerus Clausus“ (lat.) bedeutet wörtlich übersetzt „begrenzte Anzahl“. Häufig wird der Begriff mit dem Zulassungskriterium, also Abiturnote oder Wartesemester verwechselt. Tatsächlich bezieht sich der NC aber auf die Anzahl der zur Verfügung stehenden Studienplätze.

Da Universitäten ihre Studienplätze nach 3 unterschiedlichen Zulassungskriterien vergeben, gibt es auch 3 unterschiedliche Auswahlgrenzen („NCs“) im Studiengang Psychologie:

Die jeweiligen Landeshochschulzulassungsverordnungen regeln unterschiedlich, zu welchen Anteilen die Studienplätze nach welchem Zulassungskriterium vergeben werden können.

Die Berliner Hochschulzulassungsverordnung legt fest, dass nach Abzug der Vorabquoten (Härtefälle, Zweitstudium usw.) 20 % der Studienplätze nach Qualifikation (im Fall von Psychologie Abiturnote), 20 % nach Wartesemestern und 60 % nach hochschuleigenem Auswahlverfahren zu vergeben sind.

Wie hängt der NC mit der Studienplatzvergabe zusammen?

Zulassungskriterium Abiturnote

Bleiben wir beim Zulassungskriterium Abiturnote. Studienplätze werden an staatlichen Hochschulen auch im Studiengang Psychologie zunächst an die Bewerberinnen und Bewerber mit den besten Abiturnoten vergeben. Was gemeinhin als NC angegeben wird, ist in der Regel die Auswahlgrenze, also die Abiturnote des zuletzt zugelassenen Bewerbers. Diese Auswahlgrenze variiert je nach Universität, Studiengang und Semester, abhängig von der durchschnittlichen Abiturnote der Bewerberinnen und Bewerber.

Es bewerben sich 200 Bewerberinnen und Bewerber für das Studienfach Psychologie an der Universität X. Es stehen aber nur 50 Studienplätze zur Verfügung. Die Universität erstellt eine Rangliste aller Bewerberinnen und Bewerber. Ganz vorn stehen Bewerberinnen und Bewerber mit den besten Abiturnoten. Die ersten 50 auf dieser Liste bekommen einen Zulassungsbescheid. Wenn Person Nr. 50 eine Abiturnote von 1,9 hatte, dann liegt auch die Auswahlgrenze („NC“) für das Zulassungssemester bei 1,9.
Übrigens: Wenn es mehrere Bewerberinnen und Bewerber mit der gleichen Abiturnote gibt, entscheidet in der Regel das Los über die Rangreihenfolge.

Die aktuelle Auswahlgrenze („NC“) ist abhängig von den aktuellen Mitbewerberinnen und Mitbewerbern. Je besser die durchschnittliche Abiturnote aller Bewerberinnen und Bewerber, desto höher die Auswahlgrenze („NC“). Die Werte früherer Semester dienen als Orientierungshilfe. Sie sind jedoch keine Garantie für zukünftige Auswahlgrenzen.

Nachfolgend haben wir die Auswahlgrenzen der Abiturnote („NC“) für den Bachelorstudiengang Psychologie für das Wintersemester 2018/19 zusammengestellt:

HochschuleAuswahlgrenze ("NC")
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen1,3
Otto-Friedrich-Universität Bamberg1,4
Freie Universität Berlin1,0
Humboldt Universität Berlin1,2
Universität Bielefeld1,3
Ruhr-Universität Bochum1,6
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn1,2
Technische Universität Braunschweig1,5
Technische Universität Chemnitz1,6
Technische Universität Darmstadt1,5
Technische Universität Dresden1,4
Universität Duisburg-Essen1,3
Heinrich Heine Universität Düsseldorf1,3
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt1,5
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg1,6
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg1,3
Justus-Liebig-Universität Gießen1,6
Georg-August-Universität Göttingenk.A.
(ausschließlich eigenes Auswahlverfahren)
Fernuniversität Hagenkein NC
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg1,1
Universität Hamburg1,4
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg1,1
Stiftungs-Universität Hildesheim1,6
Universität Kassel1,3
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel1,6
Universität Koblenz-Landau1,7
Universität zu Köln1,2
Universität Konstanz1,4
Universität Leipzig1,1
Universität zu Lübeck1,5
Leuphana-Universität Lüneburg1,3
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg1,6
Johannes Gutenberg Universität Mainz1,4
Universität Mannheimk.A.
(ausschließlich eigenes Auswahlverfahren)
Philipps-Universität Marburg1,5
Universität der Bundeswehr Münchenk.A.
(ausschließlich eigenes Auswahlverfahren)
Ludwig-Maximilians-Universität München1,2
Westfälische Wilhelms-Universität Münster1,4
Universität Osnabrück1,3
Universität Potsdam1,3
Universität Regensburg1,5
Universität des Saarlandes1,6
Universität Siegen1,7
Universitäter Trier1,7
Universität Ulm1,5
Universität Witten/Herdeckek.A.
(ausschließlich eigenes Auswahlverfahren)
Bergische Universität Wuppertal1,4
Julius-Maximilians-Universität Würzburg1,3

Zulassungskriterium Wartesemester

Ein Teil der Studienplätze wird an den meisten Universitäten über Wartesemester vergeben. Wartesemester verbessern keineswegs die Abiturnote, wie häufig angenommen wird, sondern werden beim Zulassungsverfahren als Wartezeit berücksichtigt. Dabei zählt jedes Kalendersemester in der Zeit zwischen Ausstellung des Abiturzeugnisses bis zur Bewerbung, in dem man nicht an einer Universität innerhalb der EU (oder in Norwegen, Island oder Liechtenstein) eingeschrieben war. Als Kalendersemester gelten die Sommersemester vom 1. April bis 30. September und die Wintersemester vom 1. Oktober bis zum 31. März. Wenn es mehrere Bewerberinnen und Bewerber mit der gleichen Anzahl von Wartesemestern gibt, wird in der Regel die Abiturnote als Zweitkriterium herangezogen.

An der Universität X werden weitere 10 Studienplätze im Wartelistenverfahren vergeben. Es gibt 9 Bewerberinnen und Bewerber mit jeweils 8 Wartesemestern und 2 Bewerberinnen mit jeweils 7 Wartesemestern. Alle 9 Bewerberinnen und Bewerber mit 8 Wartesemestern bekommen einen Studienplatz. Den letzten Studienplatz erhält diejenige der 2 verbleibenden Bewerberinnen, die die bessere Abiturnote hat. Die Auswahlgrenze („NC“) im Wartelistenverfahren liegt bei 7 Wartesemestern.

Zulassungskriterium Hochschuleigene Auswahlverfahren

Üblicherweise wird ein großer Teil der Studienplätze in Psychologie über ein hochschuleigenes Auswahlverfahren vergeben. Häufig sind das Punktesysteme, in denen die Abiturnote, aber auch andere Kriterien wie einschlägige Vorbildung oder Praktika mit einfließen. Diese Auswahlverfahren unterscheiden sich von Universität zu Universität.

Aktuelle Informationen zu den hochschuleigenen Auswahlverfahren werden oftmals auch auf den Websites der psychologischen Institute veröffentlicht. Eine Übersicht über Studienorte sowie Links zu den Websites der Psychologischen Institute findet sich hier.

Welchen anderen Weg gibt es noch zum Studienplatz?

Nachrück- und Losverfahren

Wer einen Ablehnungsbescheid erhalten hat, kann mit etwas Glück doch noch den gewünschten Studienplatz erhalten. Wenn bereits zugelassene Bewerberinnen und Bewerber ihren Studienplatz nicht annehmen, kommt es zu einem automatischen Nachrückverfahren. Das heißt, dass zunächst nicht zugelassene Bewerberinnen und Bewerber doch eine Zusage erhalten können. Hierbei werden, je nach Hochschule, wieder die Durchschnittsnote, die Wartesemester oder der Punktewert des hochschuleigenen Auswahlverfahrens berücksichtigt. Sollte es dazu kommen, dass auch nachgerückte Bewerberinnen und Bewerber den Studienplatz ablehnen, kommt es final zu einem Losverfahren. Hier haben all diejenigen eine Chance auf einen Studienplatz, die sich vor Semesterbeginn per Losantrag für das Losverfahren beworben haben. Der Losantrag kann auch dann gestellt werden, wenn man schon abgelehnt wurde, bereits neu immatrikuliert ist oder sich zuvor nie beworben hat.

Aktuelle Informationen zu Nachrück- und Losverfahren werden oftmals auch auf den Websites der psychologischen Institute veröffentlicht. Eine Übersicht über Studienorte sowie Links zu den Websites der Psychologischen Institute findet sich hier.

Wo bewerbe ich mich?

Die spezifischen Anforderungen an eine Studienplatzbewerbung legt die jeweilige Hochschule fest.

Direktbewerbung

Ein Teil der staatlichen Universitäten arbeitet mit Direktbewerbungen, das heißt, es gibt ein hochschuleigenes Bewerbungsportal und man sendet sämtliche geforderten Unterlagen direkt an die Universität. Direktbewerbungen sind unabhängig voneinander. Man kann sich parallel an so vielen Universitäten bewerben, wie man möchte.

DoSV Bewerbungsportal (Hochschulstart.de)

Einige Universitäten vergeben ihre Studienplätze in Psychologie über das zentrale Dialogorientierte Serviceverfahren von Hochschulstart.de. Die Bewerbung wird an die zentrale Studienplatzvergabestelle geschickt, dort geprüft und an die ausgewählten Universitäten weitergeleitet. Die maximale Anzahl an parallelen Bewerbungen ist hier beschränkt.

Aktuelle Informationen zu dem Bewerbungsverfahren sind oftmals auch auf den Websites der psychologischen Institute veröffentlicht. Eine Übersicht über Studienorte sowie Links zu den Websites der Psychologischen Institute findet sich hier.