Was lerne ich im Studium?

Die Teildisziplinen der Psychologie lassen sich in Grundlagen- und Anwendungsfächer unterteilen. Grundlagenfächer beschäftigen sich mit wichtigen Prinzipien des menschlichen Verhaltens, beispielsweise mit der Wahrnehmung oder mit sozialen Einflüssen. Anwendungsfächer nutzen diese Grundlagen, um Psychologie in der Praxis anzuwenden, zum Beispiel zur Therapie psychischer Störungen. Außerdem gibt es eine Reihe von Methodenfächern, die wichtig sind für das wissenschaftliche Arbeiten im Studium und im späteren Berufsalltag.

Grundlagen- und Anwendungsfächer hängen in vielen Arbeitsbereichen der Psychologie zusammen. So lernt man im Grundlagenfach Allgemeine Psychologie, wie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Gedächtnis funktionieren. Darauf greifen Psychologen zurück, wenn sie zum Beispiel eine Methode entwickeln, mit der Kinder mit Förderbedarf in Mathe besser unterrichtet werden können (Anwendungsfach Pädagogische Psychologie).

Grundlagenfächer

Die Allgemeine Psychologie beschäftigt sich mit grundlegenden Gesetzmäßigkeiten, die alle Menschen gemeinsam haben. Dazu gehören Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Motivation, Emotionen oder Lern- und Gedächtnisprozesse.

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Entwicklungspsychologie betrachtet die Entwicklung eines Menschen von seiner Entstehung bis hin zum Tod. Besonderes Augenmerk legt die Entwicklungspsychologie auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, von der motorischen Entwicklung über das Erlernen der Sprache bis hin zur Entstehung von Moralvorstellungen und Identität.

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Sozialpsychologie beschäftigt sich mit sozialen Beziehungen, die großen Einfluss auf unser Erleben und Verhalten haben. Wichtige Themen sind hier z.B. Stereotype und Diskriminierung, Gruppendynamiken oder der Selbstwert. Sozialpsychologie kann sowohl als Grundlagen- als auch als Anwendungsfach verstanden werden.

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Biologische Psychologie befasst sich mit biologischen und physiologischen Grundlagen der Psychologie. Hier werden Kenntnisse über körperliche Mechanismen vermittelt, die sowohl Folge als auch Ursache psychologischer Phänomene sein können. Wichtige Themen sind z.B. die Wirkung von Hormonen und Neurotransmittern, wie unsere Körpersinne funktionieren oder was unser autonomes Nervensystem lenkt.

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In der Differentiellen bzw. Persönlichkeitspsychologie geht es um das, was uns voneinander unterscheidet: Temperament, Intelligenz, Werte oder Vorlieben, aber auch die Frage, wieviel Einfluss unsere Gene und unsere soziale Umwelt, also Familie und Freunde, auf unsere Persönlichkeit haben.

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Die Geschichte der Psychologie ist für alle Teildisziplinen der Psychologie von Bedeutung. Sie untersucht rückblickend Traditionslinien, deren Brüche und Neuansätze sowie methodische und empirische Zugänge, die zu verschiedenen Theoriebildungen über psychische Grundfunktionen und das Erleben, Verhalten und Handeln des Menschen geführt haben.

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Methodenfächer

Statistik beschäftigt sich mit den mathematischen Grundlagen der Psychologie als Wissenschaft. Hier lernt man, mit den Daten umzugehen, die man in der psychologischen Forschung erhält. Dazu gehören deskriptive Statistik (z.B. Mittelwerte), Wahrscheinlichkeitsberechnung sowie die so genannte Inferenzstatistik, mit deren Hilfe man Schlussfolgerungen in Bezug auf psychologische Fragestellungen ziehen kann. Mehr...

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Forschungsmethoden sind wichtige Grundlagen der wissenschaftlichen Psychologie, die viele ihrer Erkenntnisse aus der Beobachtung menschlichen Verhaltens gewinnt. Hier werden Kenntnisse vermittelt, wie man wissenschaftliche Untersuchungen entwickelt, durchführt und auswertet, aber auch, welche Grenzen psychologische Studien haben und wie man Ergebnisse kritisch hinterfragen kann.

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Die Psychologische Diagnostik befasst sich damit, wie man Probleme oder Merkmale von Personen, Gruppen und Organisationen gründlich kennenlernen kann, um darauf aufbauend Entscheidungen z.B. zu einer Therapie oder zu Umstrukturierungsmaßnahmen in Unternehmen treffen zu können. Dabei kann es um das Erkennen und Beschreiben psychischer Störungen gehen, aber auch um Fragen der Berufseignung, Personalentscheidungen oder Hochbegabungstests.

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Anwendungsfächer

Die Klinische Psychologie befasst sich mit psychischen Störungen wie z.B. Depression, Borderline oder Bulimie. Dabei geht es vor allem um deren Entstehung, wie sie verlaufen und wie man sie erkennen und diagnostizieren kann. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung psychischer Störungen mittels Psychotherapie.

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Die Gesundheitspsychologie beschäftigt sich vor allem mit Gesundheitsvorsorge. Hier geht es darum, wie man mit psychologischen Maßnahmen Gesundheit fördern und erhalten und Krankheiten vermeiden kann, aber auch, wie man Heilung und Rehabilitation unterstützen kann. Dazu gehören z.B. Stressbewältigung und Gesundheitskommunikation in Kampagnen oder internetgestützten Programmen.

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Die Neuropsychologie beschäftigt sich damit, wie sich Veränderungen im zentralen Nervensystem (vor allem im Gehirn) auf die Psyche auswirken. Häufig geht es dabei darum, inwiefern Schädigungen des Gehirns mit Defiziten und Einschränkungen zusammenhängen, z.B. Sprach- oder Gedächtnisstörungen nach einem Schlaganfall. Dazu werden vor allem bildgebende Verfahren wie CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) genutzt.

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Die Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie befasst sich mit dem Erleben und Verhalten des Menschen im Arbeitsumfeld. Dabei geht es z.B. darum, wie gut Menschen und Arbeitsplätze zusammenpassen, wie man diese Passung besser machen kann, aber auch um Personalauswahl, Arbeitsbelastung oder unterschiedliche Führungsstile. Dieses Fach betrachtet auch größere Kontexte, also das Verhalten von Gruppen oder Organisationen bis hin zum menschlichen Erleben und Verhalten in breiteren wirtschaftlichen Zusammenhängen (z.B. als Konsument oder Steuerzahler).

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Die Rechtspsychologie wendet psychologische Erkenntnisse auf Probleme des Rechtswesens an. Zum einen geht es hier um die Beantwortung rechtlicher Fragen, z.B. Glaubhaftigkeitsbeurteilungen, Gefährlichkeitsprognosen oder Aussagen zur Schuldfähigkeit. Zum anderen betrachtet die Rechtspsychologie das Rechtssystem an sich, z.B. wie Richter zu ihren Urteilen gelangen oder wann ein Strafverfahren als gerecht erlebt wird.

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Die Medienpsychologie betrachtet menschliches Erleben und Verhalten in Zusammenhang mit der Nutzung von Medien. Hier geht es darum, wie und warum Menschen Medien nutzen und wie Medien auf Menschen wirken.

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Die Pädagogische Psychologie befasst sich mit allen Formen von Erziehung und Unterricht von der Vorschule bis hin zur Erwachsenenbildung. Diese Disziplin erklärt z.B. wie Lernen funktioniert, wie Schulerfahrungen mit der Entwicklung von Kindern zusammenhängen oder wie man Kinder mit Schwächen fördern kann.

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Die Umweltpsychologie untersucht die Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt, also wie die Umwelt den Menschen beeinflusst und andersrum. Dabei geht es neben natürlichen Umwelten auch um Umwelten, die der Mensch selbst schafft. Das können Gebäude und Räume sein, aber auch das soziale und kulturelle Umfeld des Individuums. Außerdem geht es in dieser Disziplin auch um Fragen der Globalisierung und der nachhaltigen Entwicklung.

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Die Sportpsychologie ist die Schnittstelle zwischen Psychologie und Sportwissenschaft. Sie beschäftigt sich mit den psychischen Anteilen von (Leistungs-)Sport. Dabei geht es z.B. um die Entwicklung von Trainingsmethoden oder die Stärkung der mentalen Fitness von Athleten, die dabei hilft, mit hohem Leistungsdruck umzugehen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bedeutung von Sport für die psychische Gesundheit. Mehr...

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Nicht an allen Universitäten werden alle Anwendungsfächer gelehrt. Die hier aufgeführten Anwendungsfächer gehören zu den wichtigsten Teildisziplinen der Psychologie.